Wissenswertes zu verschiedenen Themen !


 
Vielfalt in der Futterküche


Diskussion mit Tierarzt Dr. Zinke
 
Von Josef Bartelt
 
Auszug aus der Diskussion mit Herrn Dr. Zinke, Fachtierarzt für Geflügel, auf unserer Monatsversammlung am 21. März 2014.
 
Würmer:
 
Würmer sind Darmparasiten und treten besonders bei Sittichen auf. Sie bevölkern den Darm und werden nicht ausgeschieden, sind also für uns nicht als Befall sichtbar. In großer Zahl schwächen Sie den Vogel nicht nur durch Nährstoffentzug, sondern können zum Darmverschluss führen. Die Würmer scheiden über den Vogelkot tausende von Eiern aus, die lange überlebensfähig sind und leicht über Futter, Wasser, Bodenbelag oder Sitzstangen zu den nächsten Vögeln gelangen.
 
Anzeichen für einen Befall sind aufgeplustertes, lustloses Sitzen und starke Fresslust der Vögel. Um sicher zu gehen, nimmt man eine Sammelkotprobe aus allen Volieren indem man abends unter den Schlafplätzen der Vögel eine Folie legt und morgens den frischen Kot in eine Sammelbox füllt und zum Fachtierarzt bringt, falls erst später dann bitte im Kühlschrank aufbewahren.
 
Zweite Möglichkeit ist die vorsorgliche Verabreichung von Medikamenten vor der Zucht und nach der Jugendmauser.
 
Ein gut wirkendes Medikament ist Panacur, welches per Kropfspritze nach genauer Dosierung eingegeben wird. Die einfachere Methode ist die Verabreichung von Concurat-L 10% über das Trinkwasser nach vorgegebener Rezeptur. Hierbei ist es wichtig alle anderen Wasserquellen auszuschließen, auch Regenwasser am Draht.
Während der Behandlung gibt es nur Trockenfutter. Die betäubten Würmer werden jetzt im Kot sichtbar. Nach der Behandlung gibt es ein Multivitamin-Präparat. Sinnvoll ist es nach der Behandlung
die Voliere gründlich zu reinigen und auch mit neuem Einstreu
zu versehen.
 
Kokzidien:
 
Kokzidien sind Darmparasiten, die sich auch in anderes Gewebe einnisten können, besonders in der Leber. Sie treten insbesondere bei Prachtfinken und Waldvögeln auf. Die Kokzidien sind artspezifisch, das heißt, die von Prachtfinken können nicht in Waldvögeln überleben und umgekehrt. Bei stark riechendem, wässrigem Kot sollte man eine Kotuntersuchung beim Fachtierarzt für Geflügel veranlassen. Stellt man beim Pusten von Luft auf den Unterbach des Vogels eine Rotbäuchigkeit fest, ist es wahrscheinlich, dass sich Kokzidien in der Leber eingenistet haben. Diese sind schwer zu bekämpfen. Die Leber schwillt stark an und ist als  großer rot-brauner Fleck sichtbar. Vom Kauf solcher Tiere ist unbedingt abzuraten. Bekämpft werden die Kokzidien gut mit Baycox lt. spezieller Rezeptur über das Trinkwasser. Die Vorgehensweise ist ansonsten wie bei der Wurmkur. Baycox kann auch wie bei der Wurmkur zweimal jährlich vorbeugen angewendet werden. Bei richtiger Anwendung ist Baycox gut verträglich.
 
Papageienkrankheit, Chlamydien:
 
Die Papageienkrankheit ist nach wie vor ein Thema. Es besteht allerdings keine Meldepflicht mehr. Sterben in einem kurzen Zeitraum plötzlich viele Tiere, gilt es aufmerksam zu werden. Ein weiteres Zeichen ist die Bindehautentzündung mit Pusteln an den Augen. Hier ist eine Untersuchung durch den Fachtierarzt gefordert, der die Krankheit an der geschwollenen Milz erkennt. Übertragungsweg sind die Atmungsorgane, also bei Ausbruch der Krankheit Maske im Stall tragen. Bekämpft werden können Chlamydien heute recht gut, z.B. mit Baytril nach richtiger Medikation. Aber immer Vorsicht, Chlamydien sind auf Menschen übertragbar, besonders Kinder und Schwache sind gefährdet. Erkennung: Starke Grippe mit Lungenentzündung, hohes Fieber, dann immer den Arzt informieren, dass man Vogelzüchter ist und es Chlamydien sein könnten.
 
Greifvögel:
 
Fünfmal täglich kam bei mir der Sperber, wahrscheinlich Jungtiere, die um jeden Preis an Futter kommen wollten. Sie fliegen an den Draht und lösen in den Volieren ein großes Chaos aus. Angst und Verletzungen bei den Vögeln sind die Folge. Eine gute Abwehr sind CD’s, die an Volieren und umliegenden Bäumen mit Band aufgehängt werden. Die durch den Wind bewegten CD’s rufen Spiegelungen hervor, die die Greifvögel abschrecken.
 
Rote Vogelmilbe, der Blutsauger:
 
Vollgesaugt mit Blut sind die 2 mm großen Plagegeister rot, ohne Blutauffrischung grau. Sie halten sich gerne in Nestern auf, wo sie den Jungtieren das Blut aussaugen, die dann ganz blass aussehen. Ansonsten kommt die Milbe nachts aus ihren ca. 2 mm breiten Ritzen hervor und läuft unter den Sitzstangen zu den Vögeln und saugt ihnen das Blut ab. Erkennen kann man ihre Verstecke an den kleinen weißen Kotpünktchen. Zu bekämpfen sind sie recht gut, indem man Nistkästen und Sitzstangen mit Mitteln gegen Milben einstreicht oder sprüht. Diese Mittel sind ca. 6 Wochen wirksam. Nach dem Trocknen sind die Mittel für die Vögel nicht mehr gefährlich. Bitte beachten Sie die jeweiligen Sicherheitsvorschriften.
 
Federlinge:
 
Federlinge sitzen im Gefieder und fressen die Kleinteile der Federn, so dass der Vogel nicht mehr ordentlich fliegen kann. Auch hier gibt es in einschlägigen Geschäften Puder, das auf das Gefieder aufgetragen und gegen den Strich eingebracht wird.
 

 

 

 

 

Lebensraum für nützliche Insekten – ein Insektenhotel

 

 

"Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet,

 hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.

 Keine Bienen mehr - keine Bestäubung mehr 

- keine Pflanzen mehr - keine Tiere mehr

 - keine Menschen mehr"        

 

Albert Einstein

 

 

Viele Lebensräume von Nützlingen werden durch den Menschen zerstört, sodass manche sogar vom Aussterben bedroht sind. 

In der freien Natur legen diese Insekten ihre Eier in Bohrgängen von Käfern oder Hohlräumen ab. Da es aber in vielen Gärten keine abgestorbenen Äste, alte Bäume mit Höhlen oder unaufgeräumte Ecken mehr gibt, fehlen für diese Tiere geeignete Eiablageplätze.

Diese nützlichen Insekten (deswegen Nützlinge) wie z.B. Florfliegen, Schwebfliegen oder Marienkäfer sorgen in unserem Garten für die natürliche Regulierung von Schädlingsbefall z.B. Blattläusen. Zusätzlich sind diese Insekten, teilweise genauso wichtig für die Bestäubung von Blumen, Obst und Gemüse wie unsere Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge.

Die Bestäubung durch Wildbienen, die bereits im März, also unter Umständen einige Zeit vor der Bestäubung durch Honigbienen und dabei auch bei Kälte und bedecktem Himmel einsetzt, macht diese Insekten im Garten zu erwünschten Nützlingen.

In Deutschland sind ca. 570 Wildbienenarten bekannt. Dabei gibt es Bienen, die ihre Bruthöhlen in Steinen oder Mauerwerk legen (z.B. die Mörtelbiene) oder in Ästen mit Löchern z.B. die rote Mauerbiene.

 

Durch Aufstellen eines Insektenhotels kann diesen Tieren geholfen werden, sich im Garten wieder heimisch zu fühlen. Hier werden sich u.a. Mauerbienen, Blattschneidebienen, Masken- und Wollbienen, sowie viele weitere nützliche Insekten zum Nisten und Überwintern einfinden.

 

Als Baumaterial lässt sich fast alles verwenden, was die Natur bietet. 

Für ein einfaches Hotel bindet man ein Bündel von ca. 20 cm langen Schilf-, Bambus-, Holunder- oder anderen hohlen Stäbchen zusammen, verschließt eine Seite fest mit Lehm und hängt es mit der offenen Seite nach unten geneigt in Richtung Süden oder Südwesten an einem sonnigen und geschützten Ort auf.

Auch rote Ziegelsteine, die auf der Rückseite mit Lehm abgedichtet wurden, werden gerne angenommen. Die Hohlräume können mit Strohhalmen gefüllt werden.

In Tonblumentöpfe, gefüllt mit Holzwolle, Reisig oder Stroh und kopfüber in Sträuchern oder Obstbäumen in Hüfthöhe aufgehängt, ziehen gerne "Ohrenkrabblern" ein. Die Füllung kann mit Maschendraht fixiert werden, um ein herausfallen zu verhindern. 

Möglich sind auch dickere Äste oder Holzscheite, in die mit der Bohrmaschine unterschiedlich tiefe Löcher in Durchmesser von 2-7 mm gebohrt werden.

Diese kleineren Bastelarbeiten lassen sich auch wunderbar mit Kindern z.B. auf einem Kindergeburtstag durchführen.

 

Wer seinen Insekten ein Luxushotel bauen will, kann sich an beiliegender Anleitung auf den folgenden Seiten orientieren.

 

Auch an "Nicht-Handwerker und Bastler" ist gedacht, 

fertige Insektenhotels sind im Gartenfachhandel 

erhältlich.

 


Steinkauzvierlinge in Hilter
 
Von Olaf Jansing
 
Hilter. Olaf Jansing sitzt oft auf dem Dachboden seiner Garage und schaut in seinen Garten. In einem alten Kirschbaum brütet ein Steinkauzpärchen. Die vier Jungvögel sind bereits flügge. Morgens und abends sitzen sie in der Dämmerung auf den Ästen und erkunden ihre Umwelt. "Das ist toll anzusehen", sagt der Vogelfreund.
 
Jansings große Leidenschaft gilt den gefiederten Mitbewohnern in seinem Garten. Als Mitglied der Osnabrücker Vogelfreunde züchtet er in Volieren Sittiche und Klein-Papageien. Aber auch die heimischen Vogelarten, die in seinem Garten zu Hause sind, hat er im Blick. "Ich war schon immer naturverbunden."
Vor zwei Jahren las er in der Neuen OZ eine Anzeige der Glandorfer Vogelfreunde. Sie gaben Nisthilfen für Steinkäuze ab.
Jansing setzte sich mit Karsten Mosebach in Verbindung, der den Garten des Borgloher Vogelfreundes erst einmal inspizierte. "Er sagte, dass hier gute Chancen bestehen, Steinkäuze anzusiedeln", so Jansing. Dass die Brutröhren bereits im darauf folgenden Jahr besetzt waren, damit hatte keiner der beiden Vogelfreunde gerechnet. Zwei Brutröhren hat der Borgloher aufgehängt. Sie sind mit einem Marderschutz ausgestattet, der die Vögel vor dem gefräßigen Räuber schützt. Eine dritte Röhre hat Jansing selbst gebaut. In der brütete das Steinkauzweibchen auch in diesem Jahr wieder. Eine der anderen Röhren nutzt das männliche Tier als Schlafplatz, die dritte Röhre diente als Vorratskammer.
Dass das Steinkauzpärchen auch in diesem Jahr wieder Nachwuchs aufzog, blieb Olaf Jansing zunächst verborgen. "Ich habe sie erst gesehen, als sie Röhre verlassen haben", sagt er. Plötzlich saßen die Steinkäuze auf den Ästen und beobachteten aufmerksam ihre Umgebung, um beim leisesten Warnruf ihrer Mutter blitzschnell in der Röhre zu verschwinden. "Nun sitzen sie manchmal schon auf dem Holzstapel da hinten", erklärt Jansing. Der Radius der vier Vogelkinder wird langsam größer.
Auf dem Dachboden seiner Werkstatt hat sich der Borgloher einen Beobachtungsposten eingerichtet. "Hier bin ich nur zehn Meter von ihnen entfernt", sagt er. Viele Stunden hat er hier verbracht, die Tiere beobachtet und fotografiert. Er ist stolz, dass sein Garten mit den alten Kirschbäumen den Vögeln als Heimat dient.
Die Chance, dass die Altvögel bleiben, ist groß. Ein einmal gewähltes Revier besetzen sie meist über mehrere Jahre, zum Teil lebenslang. Die Jungvögel werden nicht mehr lange bleiben. "Wenn sie jagen können, werden sie von den Alten vertrieben", weiß Jansing. Die vier Käuzchen müssen sich dann auf die Suche nach eigenen Brutrevieren machen."
Sie brauchen Höhlen, beispielsweise in alten Bäumen." Durch die Intensivierung der Landwirtschaft verkleinere sich ihr Lebensraum des Steinkauzes ständig. Durch die Rodung alter höhlenreicher Obstbäume und Kopfweiden verschwinden geeignete Brutmöglichkeiten.
Rund um Borgloh sind die Steinkauzkinder der Jansings in diesem Jahr die einzige Nachzucht. Schon bald werden sie verschwunden sein. Bis das Elternpaar im kommenden Jahr die Brutröhre wieder mit Leben füllt.                     (NOZ bearbeitet von Matthias  Conrad)
 

 

Vogelzucht und biologische Vielfalt

Wer aus einem Raumschiff in einer Umlaufbahn auf die Erde hinabschaut, kann sie nicht sehen. Gemeint ist jene dünne Schicht lebender Wesen, die die gesamte Oberfläche des Planeten überzieht und die unseren Heimatplaneten so einzigartig macht - die Biosphäre.

Die Vielfalt und die Anzahl der Arten von Organismen ist gewaltig. Obwohl bis heute nicht einmal 2 Millionen vom Menschen entdeckt und beschrieben wurden, schätzen Experten derzeit an die 10 bis 100 Millionen Arten, die heute leben. Das ist allerdings ein winziger Bruchteil der Arten, die schon gelebt haben, aber ausgestorben sind.

Von den heute lebenden Arten gehören zur Gruppe der Säugetiere, einschließlich unserer eigenen Art, Homo sapiens, nur etwa 5500. Über die Hälfte der bekannten Arten, etwa 1 Million, sind interessanterweise Insekten, davon die weitaus meisten - ca. 600.000 Arten - Käfer.

Als J.B.S. Haldane, ein berühmter englischer Biologe, einmal gefragt wurde, was man über den Schöpfer sagen könne, wenn man sein Werk studiere, soll er gesagt haben: "Er hatte eine zügellose Vorliebe für Käfer."

Wir Vogelzüchter konzentrieren uns im Jahr der biologischen Vielfalt natürlich besonders auf die Gruppe der Vögel, die mit immerhin ca. 9900 Arten zu den bestuntersuchten überhaupt zählt. Laut Weltnaturschutzunion (IUCN Red List) gelten ca. 1200 Vogelarten, das sind 12% aller Vogelspezies, als vom Aussterben bedroht.

Hauptursache für das Aussterben von Arten ist die Zerstörung ihrer natürlichen Umwelt durch den Menschen. Die Vogelfreunde Osnabrück versuchen durch das Aufhängen und die Pflege von Nistkästen einen kleinen Beitrag zum Schutz bedrohter Vogelarten zu leisten.

Aber nicht nur die die Natur selber hat eine riesige Vielfalt hervorgebracht. Auch der Mensch hat die Varianten der Lebewesen vermehrt, durch die Züchtung von Haustieren. Man braucht sich nur eimal anzuschauen wie vielgestaltig die verschiedenen Hunderassen sind, die alle vom Wolf abstammen. Das gilt ebenso für Rinder, Schweine, Pferde, Schafe, Ziegen, Kaninchen und andere mehr. In der Gruppe der Vögel wurden durch Domestikation unzählige Rassen bei Hühnern, Gänsen, Enten und Tauben gezüchtet, deren Erhalt heute als Schutz des kulturellen Erbes der Menschheit gilt.

Die Vogelliebhaber befassen sich hauptsächlich mit Wellensittich, Kanarienvogel, Zebrafink und manch anderem Kleinvogel. Auch hier wurde vom Menschen eine unübersehbare Zahl von Variationen in Farbe und Form hervorgebracht. Allein der Kanarienvogel, der aus dem Kanariengirlitz gezüchtet wurde, existiert in über hundert Farbvarianten und zahlreichen Gestalt- und Gesangstypen.

Auf diese Art trägt menschliche Züchtertätigkeit dazu bei, die Zahl der Variationen der Lebewesen zu vermehren. Auch daran sollte man in diesen Jahr, dem Jahr der biologischen Vielfalt erinnern.

 


Der Spatz: Kleiner Kerl in großer Not !

Die Spatzen pfeifen es von den Dächern - früher vielleicht. Heute steht der "Allerweltsvogel" in Deutschland auf der "Vorwarnliste" der bedrohten Tierarten. Der Spatz droht auszusterben.

Er gehört zur Familie der Sperlinge. Der bei uns heimische Feld– und Haussperling (so der richtige Name des Spatzen) wird etwa 14 cm groß und bis zu 30 g schwer. Die Männchen erkennt man an der schwarzen Kehle, den weißen Wangen, einem dunkelblaugrauen Scheitel und kastanienbraunen Streifen an den Kopfseiten. Die Weibchen sind matt graubraun gefärbt.

Zwei Hauptgründe gibt es für das immer seltenere Vorkommen:

zu wenig Futter und kaum Nistplätze.

Die Spatzen ernähren sich vor allem von Körnern und Samen. Ihre Jungen hingegen bekommen in den ersten Tagen nur Raupen und tierische Nahrung. Das wird den frechen Kerlchen zum Verhängnis: Wildkräuter auf durch Pflanzengift vernichtet oder zu früh abgemäht und Larven durch Insektizide abgetötet.

Auch daran, dass der Spatz kaum noch zum Brüten kommt, ist der Mensch schuld. Die Haussperlinge nisten an Gebäuden, in Höhlen und Mauernischen oder unter losen Dachpfannen - in Hohlräumen also. Wo nur noch moderne Glasbauten und perfekt glatte Betonwände entstehen, hat der Spatz keine Chance.

So können wir dem Spatzen helfen:

Durch das Aufhängen von Nistkästen können wir Brutplätze schaffen! Am besten einen Kasten mit mehreren Einfluglöchern und Sitzplätzen. Der Spatz gehört nämlich zu den Koloniebrütern, nistet also gerne mit anderen Paaren.

Machen wir unseren Garten zum Spatzenfutter-Paradies! Mit einheimischen Sträuchern wie Weißdorn, Hartriegel, Heckenrose oder Brombeere. Erwachsene Spatzen kommen zwar auch mit Pommes und Krümeln vom Kaffeetisch durch, aber ihre Jungen nicht. Auch Lavendel, Margeriten oder eine nicht gemähte Ecke im Garten locken die für das Überleben der Brut notwendigen Insekten an.

Und gönnen wir dem Spatzen sein geliebtes Sandbad! Schon ein bis zwei Quadratmeter Sandboden reichen einem Spatz, um sein Gefieder zu reinigen.

 

 

Winterfütterung einheimischer Singvögel

Mit der kalten Jahreszeit kommen auch die Tage, wo es für unsere einheimischen Singvögel schwer wird, ausreichend Nahrung zu finden. Mehr als 25 Millionen Euro werden deshalb von deutschen Haushalten für die gefiederten Wintergäste ausgegeben.

Gute Tat oder nur falsch verstandene Tierliebe?

Es gibt gute Gründe, die für die zusätzliche Bereitstellung von geeigneter Nahrung, aber auch Argumente, die dagegen sprechen. Experten streiten schon lange über Sinn oder Unsinn der Fütterung durch den Menschen.

Die Verabreichung von Futter während der warmen Jahreszeit und vor allem der Brutzeit ist äußerst gefährlich und sollte tunlichst unterbleiben. Die Elterntiere bringen ihrem Nachwuchs die nötigen Regeln fürs Überleben bei. Haben sie sich nun, wegen einer falsch verstandenen Tierliebe, an eine regelmäßige Fütterung durch den Menschen gewöhnt, übertragen sie diese Gewohnheit auch auf die Jungen. Die gehen dann ohne weitreichende Erfahrung in der Futtersuche in den Winter und müssen erst spät lernen, wie sie mit der Natur zurechtkommen.

Deshalb sollten Sie die Vögel nur während der Wintermonate füttern und dabei ein paar kleine Regeln beachten:

Füttern Sie bitte nur, wenn die Temperatur für längere Zeit unter minus fünf Grad sinkt oder eine geschlossene Schneedecke die Futtersuche erschwert.

Verwenden Sie Vogelhäuschen oder geschlossene Silos, die das Futter trocken halten und vor Schnee und Eis schützen.

An den Futterplätzen sollten Sie regelmäßig Kot und Reste von Futter beseitigen, um einer eventuellen Seuchengefahr vorzubeugen.

Geben Sie nur so viel Futter, wie in kurzer Zeit gefressen werden kann. Sorgen Sie eventuell für Abwechslung. Haben Sie einen Garten, so können Sie auch ein paar Beeren an den Sträuchern belassen. Nichtgesalzene Nüsse oder Haferflocken werden auch gern genommen.

Platzieren Sie die Futterstelle so, dass sich Katzen oder eventuell auch Raubwild nicht ungesehen anschleichen können. Meisenknödel und kleine Säckchen mit Nüssen können Sie ja in die Zweige eines Baumes hängen.

Beenden Sie die Fütterung sofort, wenn die Witterung den Schnee und das Eis tauen lassen.

Ein naturnaher Garten mit beerentragenden Sträuchern, wie zum Beispiel Holunder, Ebereschen, Heckenrosen und ähnlichem, kann eine sinnvolle Alternative sein.


Darwin

und die Vogelzucht

Ein doppeltes Jubiläum veranlasst uns, über die Vogelzucht

aus einer vielleicht etwas ungewöhnlichen Sicht nachzudenken.

Vor 200 Jahren wurde Charles Darwin geboren.

Vor 150 Jahren erschien zum ersten Mal sein bahnbrechendes Buch „Über die Entstehung der Arten..“, in dem er seine Evolutionstheorie ausführlich erklärt. Das Buch stellte das Bild der Menschen von der Natur völlig auf den Kopf.

In vielen Büchern und Filmen, die aus Anlass des Jubiläums in diesem Jahr erschienen sind, ist immer wieder die Rede von Darwins Weltreise auf dem Schiff Beagle, wo er insbesondere beim Besuch der Galapagos-inseln und der Entdeckung der später nach ihm benannten Finken dort die große Einsicht gehabt habe. Das scheint eher ein Mythos zu sein.

Darwin war noch sehr jung, als er die Reise machte, und veröffentlichte seine Ideen erst in seinem 50. Lebensjahr, etwa 25 Jahre später. In dieser Zeit suchte er nach einer Lösung für die Frage: Durch welchen Mechanismus haben sich die Lebewesen entwickelt? Und er suchte nach Beweis-material.

Zur entscheidenden Einsicht zur Lösung seines Problems brachte ihn eine Leidenschaft, die wir Vogelzüchter mit ihm teilen. Charles Darwin besuchte Vogel- und Kleintierschauen, wo immer er konnte. Seine besondere Leidenschaft galt den Rassetauben. Er war Mitglied zweier Rassetaubenvereine in London und züchtete selbst Rassetauben der verschiedensten Formen und Farben.

Jeder Tierzüchter weiß, dass alle seine Tiere sich voneinander unterscheiden. Tiere, die in allen Merkmalen vollkommen gleich sind, gibt es nicht. Das nennt man Variabilität. Der Züchter wählt nun diejenigen Tiere zur Zucht aus, deren Merkmale am meisten seinen Vorstellungen entsprechen. Darwin nennt das künstliche Selektion. Da die Tiereltern die Merkmale an ihre Jungen vererben, kommt der Züchter, der diese Auswahl konsequent über Generationen betreibt, seinem Zuchtziel immer näher. So entstand zum Beispiel aus einer einzigen Taubenart, der Felsentaube, die ungeheure Vielfalt der Rassetauben in all ihren Farben und Formen.

Ein weiteres Beispiel: Erst seit ca. 100 Jahren wird der Zebrafink in Menschenhand gezüchtet. In dieser kurzen Zeit hat züchterische Auslese eine enorme Vielfalt bei diesem Vogel hervorgebracht. Nahezu 100 Farb-schläge sind entstanden, und die Ausstellungsvögel, die auf den Schauen zu sehen sind, sind fast doppelt so groß, wie der kleine graue Vogel in seiner natürlichen Heimat, der australischen Buschsteppe. So schnell kann Evolution sein.

Darwin übertrug den Mechanismus der Selektion auf die Natur. Hier wählt nicht der Züchter aus, sondern die Natur selber. Die am besten angepassten Lebewesen mit dem größten Fortpflanzungserfolg setzen sich durch. Das ist der Mechanismus der natürlichen Auslese, den Darwin vor über 150 Jahren entdeckte.

Seither wurden bahnbrechende Entdeckungen in den Bereichen der Mikrobiologie, der Genetik, der Paläontologie, der Entwicklungsbiologie und der Geologie gemacht. All diese Entdeckungen bestätigen die Ideen Charles Darwins auf das Großartigste. Die atemberaubende Vielfalt der Lebewesen, der lebenden und der bereits ausgestorbenen Arten, vom Einzeller bis zum Menschen, sind aus einem gemeinsamen Ursprung entstanden. Der Mechanismus der Entwicklung ist der gleiche, den jeder Tierzüchter anwendet: Variabilität und Selektion.

„Nichts in der Biologie macht einen Sinn, außer im Licht der Evolution“, hat ein großer Evolutionsbiologe gesagt. So ist es. – Und ein Kleintierzüchter hat sie entdeckt.

 

 

Was geschah im Jahr 2010

in unserem Vogelbrutgebiet in Atter-Gaste?

 

Wie jährlich führte eine kleine Gruppe der Vogelfreunde Osnabrück im Oktober 2010
den Nistkastenkontrollgang durch. Hierbei wurden die Nisthilfen gereinigt und wo nötig, repariert. Interessant war natürlich, die Anzahl der Belegung festzustellen.

Von den 56 Kästen fehlten vier ganz und zwei waren nicht angenommen, somit wurden 50 Nisthilfen belegt. In zwei davon hatten Hornissen und Wespen Einzug gehalten. Insgesamt ein sehr erfreuliches Ergebnis. Somit stehen Zeit- und Materialaufwand in keinem Verhältnis zu Spaß und Freude an diesem Hobby.

Eine besondere Überraschung war die Öffnung der vier großen Nisthöhlen, die für Hohltauben und Dohlen gedacht sind. Hier hatten die Hohltauben in allen vier Kästen das Angebot angenommen. Ob vier Paare oder zwei, die bei der zweiten Brut umgezogen sind, ist schwer zu sagen.

Nicht immer ist es möglich, anhand des Nistmaterials die Bewohner zu bestimmen. Sperlinge, verschiedene Meisenarten, Kleiber, Stare, Fledermäuse und Bachstelzen waren jedenfalls mit Sicherheit unsere Gäste.

Jedoch nicht nur den Gästen in unseren selbst hergestellten Nisthilfen widmeten wir unsere Aufmerksamkeit, sondern wir beobachten auch Grünspechte, die in Lärchen in 10 Meter Höhe mehrere Löcher meißelten und einige Buntspechte, die ihr Revier verteidigten.

Seit einigen Jahren lebt ein Waldkauzpaar in einem abgestorbenen Erlenbaum. In ihrem Einflugloch genießen sie oft die Abendsonne und lassen sich auch von uns nicht stören, wenn man sich lautlos nähert.

Über die vielen Wasservögel, die auf der Düte leben, soll im kommenden Heft berichtet werden.

Alle Eindrücke, Erlebnisse und Überraschungen, die der Jahreskreislauf bietet, niederzuschreiben, sprengt den Rahmen dieses Heftes.

Ein großes Problem in unserer Vogellandschaft ist der enorme Rückgang der Feldlerche.

 


 



 

Vogel- und Bienenschutz

beginnt im eigenen Garten

 

Jedes Jahr erfreuen wir uns an unseren Gärten. Es blüht und grünt in jeder Ecke und wir genießen die Vielfalt in vollen Zügen. Aber spricht unser Garten auch die heimische Vogel- und Bienenwelt an?

Einige uns bekannte Pflanzen sind für Menschen ansprechend, aber für Vögel und Bienen nutzlos, beispielsweise die Forsythie. Ihre gelben Blüten findet man in den meisten unserer Gärten im Frühjahr. Sie ist allerdings für viele Insekten uninteressant. Als Alternative bietet sich eine Kornelkirsche (lat. cornus mas) an. Sie blüht ebenfalls bereits im März/April leuchtend gelb und bietet zudem Bienen Nektar und Pollen sowie im Spätsommer für die Vögel Früchte. Weitere Vogelnährgehölze sind z.B. die Eberesche oder die Holunderbeere, aus deren Blüten und Früchten wunderbare Marmeladen und Gelees zubereitet werden können.

Gartengehölze bieten mit ihrem dichten Laub, ihren Stacheln und Dornen, Vögeln Schutz und ein Zuhause. Immergrüne und Nadelgehölze sind dabei bevorzugte Rückzugsgebiete, da sie rund um das Jahr Sichtschutz bieten. Aber auch viele Laubbäume sorgen dank ihrer verschlungenen Aststellung für einen geschützten Nestbau in katzensicherer Höhe. Kleinere Sträucher bieten Boden- und Buschbrütern Unterschlupf. Viele dieser Pflanzen liefern gleich Früchte frei Nest mit.

 

Es gibt viel einheimische aber auch exotische Bienen- und Vogelnährgehölze.

Besonders hervorzuheben ist der Bienenbaum, auch Duftraute (lat. evodia/hupehensis) genannt.

Seine Heimat ist Ostasien/China und bis vor ca. 60 Jahren war er in Europa, außerhalb botanischer Gärten, unbekannt. Der Baum kann eine Höhe von 12 Metern erreichen und seine Blüten sind ähnlich der Holunderblüten. Sie erreichen einen Durchmesser von 15-25 cm.

Der Nektar von 3 Blüten reicht aus, um den Honigmagen einer Biene zu füllen. Normalerweise muss die Biene dazu ca.100 Blüten anfliegen. Sein Duft zieht alle Insekten magisch an. Deshalb ist er auch für uns Menschen nützlich, da er die Wespen vom Kaffeetisch fernhält.

Der Bienenbaum ist von unschätzbarem Wert, da seine Blütezeit (Ende Juni – Oktober) in einen Zeitraum fällt, in dem das Nektarangebot in unserer Kulturlandschaft nachlässt, die Bienen aber ihr Volk für das nächste Jahr vorbereiten. Im Oktober/November reifen die Samen, und die Fruchtstände sind purpurrot gefärbt. Sehr gerne werden diese Samen von allen überwinternden Vögeln gefressen.

Übrigens:

Für 1 Glas Honig (500 g) müssen die Sammelbienen eines Volkes ungefähr 120.000 km fliegen, das ist umgerechnet soviel, wie dreimal um die Erde

Weltweit sind 80 Prozent aller Pflanzenarten auf Fremdbestäubung angewiesen. Honigbienen sind dabei die wichtigsten Bestäuber. Außerdem zählen sie wegen des Honigs und des Wachses auch als Nutztiere. Nach den Rindern und Schweinen ist die Honigbiene das drittwichtigste Nutztier in Deutschland.

Deshalb gilt: Je artenreicher die Auswahl der Pflanzen in ihrem Garten ist, desto mehr Tiere werden sich dort wohl fühlen und Sie leisten einen wichtigen Beitrag für die heimische Bienen- und Vogelwelt. Fragen Sie ihren Gärtner gezielt nach Vogel- und Bienennährgehölzen.
 



Züchter-Latein

 

 

Unter Züchtern sind viele Abkürzungen geläufig. Zum einen, weil der moderne Sprachgebrauch auch nicht vor den Vogelzüchtern halt macht, zum anderen aber auch, um in Annoncen klare und eindeutige Aussagen über ein Tier in aller Kürze zu treffen. Neulingen im Hobby Vogelzucht kommen diese Abkürzungen oftmals wie "Fachchinesisch" vor.

Nachfolgend habe ich die geläufigsten Abkürzungen aufgelistet und kurz erläutert.

 

Geschlechtsbezeichnung & -bestimmung

 

1,0 = Bezeichnung für einen männlichen Vogel (Hahn/Männchen)

0,1 = Bezeichnung für einen weiblichen Vogel (Henne/Weibchen)

6,5 = 6 Hähne und 5 Hennen

0,0,5 = 5 Vögel mit unbekanntem Geschlecht

2,2,3 = 2 Hähne, 2 Hennen, 3 Vögel mit unbekanntem Geschlecht

1,1 = 1 Hahn, 1 Henne (Nicht verwechseln mit einem Zuchtpaar!)

 

DNA-bestimmt = DNA-Geschlechtsbestimmung aus der Feder

Was ist eigentlich DNA? Die DNA (engl. Desoxyribo Nucleic Acid) ist der genetische Bauplan eines Lebewesens, in dem alle Merkmale – von der Augenfarbe bis zum Geschlecht – abgespeichert sind.

Endosk. = endoskopische Geschlechtsuntersuchung in Einzel-

fällen, nachweissicherer als bei der DNA-Analyse

 

Zucht & Vererbung

 

ZG = Zuchtgenehmigung

In Deutschland benötigt man für die Zucht von Papageien und Sittichen eine Zuchtgenehmigung. Diese Genehmigung braucht man auch bei nur einmaliger Brut bzw. auch, wenn der Nachwuchs behalten werden soll. Jungvögel müssen nach der Psittacoseverordnung beringt werden.

ZG = Zuchtgemeinschaft, z.B. ZG Müller-Schultze

 

ZP = Zuchtpaar

Ein Zuchtpaar ist ein Paar, das schon erfolgreich Junge aufgezogen hat.

ZM = Zuchtmännchen (oder ZH = Zuchthahn)

ZW = Zuchtweibchen (oder ZH = Zuchthenne)

 

zrf. = zuchtreif

 

WF = Wildfang

NZ = Nachzucht

DNZ = deutsche Nachzucht

NB = Naturbrut

Bei einer Naturbrut sind die Küken von den Elterntieren aufgezogen worden.

HA = Handaufzucht

Eine Handaufzucht wird gemacht, wenn die Elterntiere ihre Küken nicht mehr oder nicht ausreichend füttern. Dann kann man per Hand füttern oder zufüttern. Leider gibt es auch die kommerzielle Handaufzucht, die aus Gründen der besseren Vermarktung der Jungtiere durchgeführt wird.

 

wf. = wildfarbig

Spalt = Die mutierten Gene sind schwächer als die Gene der Wildformen. Besitzt nun ein Vogel sowohl ein mutiertes Gen als auch ein Gen für die Wildfarbe, erscheint der Vogel in seinem äußeren Erscheinungsbild in der Wildfarbe. Das mutierte Gen wird verdeckt, kann aber weiter vererbt werden. Solche Vögel bezeichnet man als mischerbige Tiere. Hierbei handelt es sich um Vögel, die als "spalterbig oder spalt in …" bezeichnet werden, z.B. Adelaidesittich wf./blau = Adelaidesittich wildfarbig spalt in blau

 

Neum. = neu aufgetretene Mutation einer Vogelart (Farbe)

EF = einfaktorig

z.B. Prachtrosella Weißflügel

DF = doppelfaktorig

z.B. Pennantsittich Dominanter Schecke

 

Bitte beachten: Bei den folgenden Vererbungsbegriffen steht zuerst die einheitliche deutsche Bezeichnung und dann in Klammern die alte deutsche Bezeichnung!

rez. = frei rezessiv (Rezessiv Vererbung)

z.B. Stanleysittich Falbe

gg. = geschlechtsgebunden rezessiv (Geschlechtsgebunden)

z.B. Strohsittich Lutino

dom. = frei dominant (Dominant)

z.B. Kragensittich Dominanter Schecke

Intermediäre Ver. = frei dominant intermediäre Vererbung

(Intermediäre Vererbung)

z.B. Barnardsittich Dunkelfaktor Dunkelgrün;

Kragensittich DD grün = doppelt dunkelgrün = olivgrün

gg. co-dom. Ver. = geschlechtsgebunden dominant intermediäre Verer-

bung (Geschlechtsgeb. co-dominant Vererbung)

z.B. Katharinasittich Grauflügel grün

 

Fußringe

 

Vereine, die Fußringe herausgeben:

AZ = Vereinigung für Artenschutz, Vogelhaltung und Vogelzucht e.V.

DKB = Deutscher Kanarienbund

VZE = Vereinigung für Zucht und Erhaltung einheimischer und

fremdländischer Vögel

BNA = Bundesverband für fachgerechten Natur- und Artenschutz e.V.

ZZF = Zentralverband zoologischer Fachbetriebe Deutschlands e.V.

DSV = Deutsche Standard-Wellensittich-Züchter-Vereinigung e.V.

Bei Erstbestellung von Sittich- und Papageienringen muss eine gültige amtliche Zuchtgenehmigung nach § 17g. Abs. 1 des Tierseuchengesetzes heutiger Fassung im Original

oder als amtlich beglaubigte Kopie beiliegen oder der Geschäftsstelle bereits vorgelegen haben.

 

AZ-beringt = Die Vögel sind mit geschlossenen Fußringen der AZ beringt. Die Ringe der AZ sind farbig, die Farben wechseln jährlich und wiederholen sich alle

5 Jahre, Kennzeichnung nach der Psittakose-Verordnung.

Beispiel: AZ 12345 P08 005 5,5

AZ = Vereinigung

12345 = Züchternummer

P08 = für papageienartigen Vogel Geburtsjahr

005 = fortlaufende Nummer

5,5 = Ringgröße in mm

 

DKB-beringt = Die Vögel sind mit geschlossenen Fußringen der DKB beringt. Die Ringe des DKB sind farbig, die Farben wechseln jährlich und wiederholen sich alle 5 Jahre.

Beispiel: DKB 23 99 999 08 5.5 45 P

DKB = Vereinigung

23 = Landesverbandsnummer

99 = Lfd. Vereinsnummer im Landesverband (darunter)

999 = Lfd. Mitgliedsnummer im Verein

08 = Jahrgang (neben der 23)

5.5 = Ringgröße (darunter)

45 = Lfd. Vogel-Ringnummer (daneben)

P = für Psittacose bei Sittichen und Papageien (dahinter)

BNA-AZ-beringt

Die Kennzeichnung des BNA erfolgt nach der Artenschutzkennzeichnung (BArtSchVO Anlage 6). Die Fußringe sind geschlossen und werden wie AZ-Fußringe beschriftet, allerdings mit der Zusatzbezeichnung D für Deutschland. Andere Farbe oder Edelstahl. Auch offene Ringe ohne Züchternr.

Beispiel: D BNA AZ 12345 G08 019 11.0

 

ZZF-beringt

Der ZZF gibt offene Fußringe mit Sollbruchstelle ohne Jahreszahl aus, Kennzeichnung nach der Psittakose-Verordnung. Aber er gibt auch Fußringe nach der Artenschutzkennzeichnung ab, laufende Nr., geschlossen oder offen, mit oder ohne Jahreszahl, in hart Alu roh.

 

VZE-beringt

Die Vögel sind mit geschlossenen Fußringen des VZE beringt.

 

DSV-beringt

Die Vögel sind mit geschlossenen Fußringen des DSV beringt.

 

Krankheiten

 

Psittacose = Chlamydiose (Papageienkrankheit)

Diese auf den Menschen und andere Säuger übertragbare Infektionskrankheit der Vögel wird durch "Chlamydia psittaci, einen Erreger, der eine Sonderstellung im System zwischen den Viren und den Bakterien einnimmt, verursacht.

 

PBFD-getestet = DNA-Test Circovirus-Infektion

(Schnabel- und Federkrankheit,

engl. psittacine beak and feather disease = PBFD)

Polyoma-gestetet = DNA-Test Polyomaviros-Infektion

(Französische Mauser,

engl. budgeriger fledgiling disease virus = BFDV)

 

Aspergillose bei Papageien

Aspergillose gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Atmungstraktes bei Ziervögeln.

Es handelt sich dabei um eine Schimmelpilzerkrankung, die durch die allgegenwärtig vorkommenden Pilzarten Apergillus flavus, Asp. fumigatus, Asp. niger aber auch Mucor- und Peniccilliumarten verursacht wird. Am häufigsten gefährdet sind Amazonen, Aras, Kakadus und Graupapageien.

 

Pachecos Krankheit (engl. Pacceco's Disease)

Diese Infektionskrankheit der Psittaciden ist nach ihrem Entdecker benannt. Es handelt sich um eine seit 1930 bekannte Viruskrankheit, welche zunächst überwiegend bei Felsensittichen auftrat. Die Infektion kann bei bestimmten Papageienarten akut und tödlich auftreten. Bei anderen Arten, insbesondere bei Sittichen, verläuft sie oft unauffällig. Der Erreger (ein Herpesvirus) kann durch zugekaufte Papageienvögel eingeschleppt und über den Kot übertragen werden. Zum Krankheitsausbruch kommt es dann im Zusammenhang mit Stress oder anderen begünstigenden Faktoren, welche die Herpesviren auch nach Jahren (!) reaktivieren. Die Inkubationszeit (Zeit von der Ansteckung bis zum Krankheitsausbruch) wird mit 4-6 Tagen, beim Wellensittich mit 10 Tagen angegeben. Bei engem Kontakt kann ein Bestand innerhalb von 9–14 Tagen durchseucht sein. Der akute Verlauf endet meist innerhalb weniger Stunden bis zu 6 Tagen tödlich. Oft ist innerhalb kurzer Zeit ein Großteil des Bestandes betroffen. Die Pacheco-Krankheit gehört somit zu den verlustreichsten Erkrankungen in der Papageien- und Sittichhaltung.

 

Ein Aquarium für einen Embryo

oder:

Wozu legen Vögel Eier?

 

Eier kennen wohl die meisten von uns aus der Küche. Ein passend gekochtes Frühstücksei

mag fast jeder. Und auch sonst sind Bestandteile von Hühnereiern in unglaublich vielen

unserer Speisen vertreten. Aber legen Vögel und speziell Hühner deshalb Eier, um uns

Menschen zu ernähren? Mit Sicherheit nicht!

Vögel legen Eier, um sich fortzupflanzen. Im Ei entwickelt sich der Embryo zum Küken, das

weiß wahrscheinlich jeder. Aber wir wollen es genauer wissen: Warum ausgerechnet ein Ei

mit einer festen Schale und nicht irgendeine andere Methode?

Um diese Frage zu beantworten, müssen wir weit in die Evolutionsgeschichte der Wirbeltiere,

wozu auch die Vögel gehören, zurückgehen. Die ersten Wirbeltiere lebten vor etwa 500

Millionen Jahren im Wasser. Und sie lebten nur im Wasser. An Land gab es zunächst weder

Tiere noch Pflanzen. Nicht die Erde, aber das Land, war zunächst sozusagen wüst und leer.

Die fischähnlichen Vorfahren der Landwirbeltiere pflanzten sich auch durch Eier fort. Aber

diese Eier hatten weder Hülle noch Schale. Das war auch nicht notwendig, denn im Wasser

konnte dieser „Laich“ nicht austrocknen.

Das änderte sich mit der Eroberung des Festlandes. Zunächst entwickelten sich

amphibienähnliche Tiere, die allerdings immer zum Wasser zurückkehren mussten, um dort

ihre Eier abzulegen.

Reptilien entwickelten dann eine pergamentartige Hülle um ihre Eier und konnten diese an

feuchten Stellen an Land ablegen,

ohne dass diese austrockneten.

Die Vögel - und die Krokodile übrigens - „erfanden“ dann das Ei mit der festen Schale und

eroberten damit bisher unzugängliche Lebensräume. Der Trick ist eigentlich ganz einfach:

damit man zum Eierlegen nicht zum Wasser gehen muss, nimmt man das Wasser für den

Nachwuchs einfach mit – in einem Miniaquarium. Das Vogelei ist deshalb ein Aquarium für

einen Embryo, in dem sich noch ein „Frühstückspaket“ befindet, der Dotter. Das Vogelei ist

ein erfolgreiches Werkzeug zur Eroberung des Landes.

Die Säugetiere - und damit auch wir Menschen - haben dieses Problem ganz anders gelöst.

Von Heinz-Günter Stolle